Wissenwertes

Als ich vor 5 1/2 Jahren meine Stute gekauft habe war sie mein erstes Pferd.

Ich hatte weniger Erfahrung in Themen von denen ich dachte, dass ich Ahnung habe und musste mir innerhalb kürzester Zeit großes Wissen aneignen um mit ihr zurecht zu kommen.

Damals gab es noch nicht tausende Blogs in denen zu jedem Problem tausende Hilfestellungen gegeben werden.

Lange wollte ich diesen Beitrag nicht verfassen, da ich nicht noch mehr den Finger in die Wunde stecken wollte, aber ich denke dieser Beitrag erklärt, warum mich das ganze Thema "Pferdeausbildung und Gesunderhaltung" überhaupt bewegt.

Fangen wir ganz vorne an:

2013 begab ich mich auf die Suche nach einem passenden Freizeitpartner. Ich hatte mein Studium fast beendet und wollte nun meinen Traum wahr machen. Zusammen mit meiner besten Freundin stöberte ich im Internet und schaute mir einige Pferde an, die aber leider nicht das waren, was ich suchte.

Ich muss gestehen, ich hatte wenige Vorstellungen. Ich wollte eine Stute und am liebsten ein etwas jüngeres Pferd, mit dem ich die nächsten Jahre Freude haben kann, aber eingeritten sollte es sein.

Ich fand eine Anzeige bei Ehorses von einer englischen Vollblutstute von der Rennbahn. Ihr Name war Mystery Spirit. Eine wunderschöne 5 jährige Vollblutstute. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Erfahrungen mit der Galopprennbahn gemacht und ging sehr Vorurteilsfrei an die Sache heran.

Ich möchte hier garnicht großartig über Ihre Zeit auf der Rennbahn berichten, da ich keine Angriffsfläche bieten möchte und auch keine Stellung dazu beziehen möchte.

Mystery war vom ersten Besuch an super freundlich zu mir und sehr verschmust. Ich habe sie nie auf der Rennbahn probegeritten sondern bin nur im Schritt ins Gelände gegangen.

Bei meinem zweiten Besuch hat sie schon gewiehert als sie meine Stimme hörte, da war es natürlich um mich geschehen und sie durfte wenige Wochen später bei mir einziehen.

Von da an sollte ich sehr viel über Vollblüter und Pferdeausbildung lernen, denn nichts lief wie erwartet.

Gekauft hatte ich ein definitiv eingerittenes Pferd (da saßen ja auch schon einige Menschen drauf). Longieren sollte sie auch kennen, so wie Hunde und Gelände, Hänger fahren wäre natürlich auch kein Problem.

Ich merkte sehr schnell, dass nichts davon zutraf.

Am zweiten Tag ließen wir sie in die große Halle, damit sie sich einfach ein wenig bewegen konnte. Der Umzug bereitete ihr sichtlichen Stress. Das war die gefährlichste Situation die ich je mit einem Pferd bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hatte.

Mystery ließ sich natürlich nicht vorwärts treiben. Sie raste kurz wie verrückt durch die Halle, aber als wir sie mit den Peitschen (ohne Schläge oder ähnliches) ein wenig weiter bewegen wollten, ging sie auf meine Freundin los. Sie schoss auf uns zu, raste auf den Ausgang zu, rannte fast die Tür ein, und wurde richtig böse. So etwas hatte ich noch nicht erlebt und wir wollten ihr ja eigentlich nur einen Gefallen tun.

Die nächsten Tage probierten wir uns am Longieren. Auch das kannte sie definitiv nicht. Wir haben Monate gebraucht, bis wir sie auch nur annähernd longieren konnten.

Leider hatte sie sich auf der Rennbahn eine sehr gute "Arbeits-Verweigerungs-Strategie" zugelegt. Sie blieb einfach stehen wenn sie keine Lust mehr hatte. Ich habe sie nie geschlagen, aber ich bin mir sicher, dass andere es früher bereits getan hatten. Wenn sie an einen Punkt kam, an dem sie nicht weiter wusste, blieb sie einfach stehen und bewegte sich keinen Meter mehr weiter, bockte und stieg. Man hätte sie mit sämtlicher Gewalt nicht überzeugt weiter zu gehen.

Ich habe damals entschieden dieses Pferd in keine anderen Hände zu geben um mir Hilfe zu holen, sondern ich wollte es alleine schaffen und mir sicher sein können, dass sie wieder Gewalt erfahren würde.

Wir haben ganze 3 Jahre gebraucht bis wir Missi endgültig überzeugt hatten, dass wir nichts Böses von ihr wollen und dass sie keiner Gefahr mehr ausgesetzt wird.

Ihr größtes Problem war ihre Psyche und das ist es noch heute. Es gibt Situationen die sie komplett aus der Bahn werfen. Noch heute ist Gewalt in der Reitbahn ein Problem für sie. Ich meine damit nicht einen kleinen Klapps mit der Gerte als Aufforderung, sondern eher andere Reiter, die Versuchen gewaltsam mit Gertenhieben ihre Pferde "vorwärts zu treiben" oder ihren Pferden großen Stress bereiten.

Ich werde über unsere Art der Pferdeausbildung und meine Tipps zu Trainern, die uns auf dem Weg begleitet haben, in den nächsten Beiträgen eingehen.

Aber als erstes soll es hier um Pferdefütterung und Ernährung gehen und das vor allem für die hochblütigen Rassen. Über die Ernährung eines Norwegers kann ich natürlich wenig sagen, aber über die Ernährung von Vollblütern und ähnlichen Rassen habe ich mir viele Gedanken gemacht und einige gute und schlechte Erfahrungen gesammelt.

Weiter zu Ausbildung

In wie weit die Ernährung eben auch mit der Pferdeausbildung zusammen hängt werdet ihr in einem weiteren Artikel erfahren.

Weiter zu Ernährung und Fütterung

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